Projekt  kritische Analyse
bürgerlicher Sozialpolitik

Sozialreformen in der BRD
- Analyse und Kritik -
 
 

Diverse Artikel anlässlich der Corona-Epidemie/Pandemie


20./21.08.20 – Eine der blödesten Sorgen in Corona-Zeiten: wann könnte es wie wieder losgehen mit der deutsch-nationalen Tradition des Karnevals 


U.a. AKK-CDU (Verteidigungsministerin) und Laschet-CDU (Landesboss von NRW) verspüren dringend Klärungsbedarf, ob und ggf. wie die Jecken wieder loslegen dürfen. Dass wäre doch mal eine der systemrelevanten Höhepunkte in Sachen nationale Lockerungen - mal abgesehen davon, dass der Nationalsport Fussball noch ohne größere Fanansammlungen auskommen muss: das, was die Karnevalsvereine an "Herzblut" in die normalerweise zu Beginn jedes Jahres drohenden staatstreu-doofen organisierten Lästereien über Politik und Politiker stecken, möglichst nicht vergraulen. Statt bierernstem Corona-Seuchenmanagement öffentlichkeitswirksam Corona-Witzfiguren durch die Hochburgen des Karnevals kutschieren mit den dazugehörigen geistlosen Spruchweisheiten zur Belustigung des Corona-gestressten Volkes. Welches letzteres sich andererseits in Teilen nach Staatsauffassung viel zu sehr daneben benimmt (leichtsinnig oft ohne Abstand, ohne Masken). Deswegen besser keine Corona-Hotspots in Köln, Mainz, Düsseldorf u.w. riskieren? "Unser" oberster Seuchen-Wächter wird es wieder mit viel rechtsgewaltigen Vorschriften in den Griff zu kriegen suchen, wie der Spagat zwischen der Durchführung nationalistisch durchseuchter Spaßveranstaltungen und der Virus-Verseuchung gehen könne. Wenn der Laschet auf Konsens mit den Faschingsveranstaltern dringt, dann gibt es doch noch Hoffnung, dass die nationale Tradition selbstdiszipliniert hygiene-geregelt vonstatten gehen kann, auch wenn abstands- und maskenbedingt der Spaß an der der Freud einige Bremsen auferlegt kriegt.

22.07.20 – Studie belegt Vorteile von Homeoffice als Lehre aus Corona-Zeit

Trotz aller Mäkeleien über Rückstände in Sachen Digitalisierung: eine Studie belegt endlich mal bemerkenswerte Vorteile aus der Corona-Zeit. Befragungen segnen ab: das Arbeiten ginge produktiver, mit weniger Stress und besserer Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Also nicht der Inhalt der Dienstnatur von Lohnarbeit ist der Rede wert, sondern wie Homeoffice v.a. den Geschäftsinteressen von Unternehmern förderlich ist; und von Seiten der Beschäftigten: man könne doch glatt den außer Frage stehenden Dienst am Kapital mit den privaten Notwendigkeiten unter einen Hut kriegen – welche letztere im Allgemeinen welche dafür und deswegen sind, sich als Arbeitsmaterial für die Kapitaleigentümer brauchbar zu erhalten. Bedauerlicherweise ließe sich nicht das Arbeitsleben in Gänze in Heimarbeit verlagern; aber Hauptsache das Kapital spart einiges an sachlicher Ausstattung in seinen Dependancen, Mieten für Firmenräume usw. – und die Leistungszuwächse der Mitarbeiter, für die Homeoffice durchführbar ist, erfreut die Ausbeuter!


19.07.20 – Kanzleramtschef Braun: „Corona-Pandemie im Griff“

Fragt sich nur entlang welcher Messlatte? Die derzeitigen niedrigen Infektionszahlen sollen dafür ein Hinweis sein – zugleich wird mit weiteren lokalen Ausbrüchen gerechnet. Also welcher naheliegende Schluss ergibt sich daraus: wenn nach wie vor täglich einige Hunderte Neuansteckungen mit u.U. schwerem Verlauf und einiges an Todesfällen zu verzeichnen ist, dann ist dieser Amtschef mit Dr.-Titel sturzzufrieden. Er kann damit angeben, dass das Im-Griff-haben der Pandemie nichts von einer medizinischen Beherrschbarkeit derselben an sich hat, sondern im Wege der gnadenlosen Verfolgung und Festsetzung von Infizierten und Verdachtsfällen der nationale Kapitalstandort von Verseuchung in einer Weise gesäubert wird, dass das Wiederflorieren der Geschäftigkeit und sonstigen Nationallebens damit übereingeht, dass so sicher wie das Amen in der Kirche fortgesetzt Seuchenopfer anfallen (nach dem Motto: Testen, testen und noch mal testen, also die Aufdeckung staatlich begünstigter Ansteckungen als der sinnreiche Kampf dagegen!)– wofür sich dieser amtliche Zyniker auch einen Gedenktag für die bisher registrierten und wohl auch weiterhin staatlich einkalkulierten Corona-Toten einfallen lässt.


Armutsforscher Butterwegge zu den staatlichen Coronahilfen:

"Die Ärmsten vergessen" / 11. Juni 2020

Der Rheinischen Post habe der Armutsforscher durchblicken lassen, dass das Konjunkturprogramm von 130 Mrd. "einen starken Impuls für die Wirtschaft" setze. Ihm gefalle allerdings  nicht, dass rund 100 Mrd. auf die Unternehmen und nur 30 Mrd. auf Konsumenten, Arbeitnehmer und Transferleistungsbezieher entfielen.

Dem Sozialkritiker fällt gar nicht erst ein, warum und inwiefern dem bürgerlichen Staat die finanzielle Umsorgung der Wirtschaft erstes Anliegen ist. Er geht im Gegenteil davon aus, dass mit der staatlichen Stützung derselben auch der geschäftliche Zweck derselben durchgeht - derselbe Zweck übrigens, dessen Geltung und Durchsetzung all die Armuts- und Elendskarrieren erzeugt, die der sozialen Abteilung der Hoheit Anlass für das Herausrücken von Notgroschen Verarmter ist - hier im speziellen Fall einer Pandemie auf der Grundlage des Herunterfahrens des nationalen und nationalökonomischen Lebens wegen dessen Gefährdung durch Virusverbreitung, was dem Standort außergewöhnliche Krise bescherte.

Dieser Armutsforscher will seit Jahrzehnten seines Wirkens nichts davon wissen, was für staatlich abgesicherte Gegensätze, Unvereinbarkeiten zwischen marktwirtschaftlicher Unternehmerschaft und deren arbeitenden und erwerbslosen Fußvolk unterwegs sind, wie der geldliche Reibach der ersteren auf Ausnutzung und Billigkeit des letzteren beruht, also daraus eine Absage an Kapital und Lohnarbeit zu machen. Nein: im obigen indirekten Zitat ist dieser sozialpolitische Nörgler vollends zufrieden, wenn neben den politischen Handreichungen für den Fortbestand der Geldbereicherungsschmieden der Nation der Staat mehr Notgelder für die Ärmsten parat hätte, deren Zustandekommen eben mitnichten interessiert, vielmehr als abgehakt gilt. - Noch nicht mal an den Unterschieden in den Geldsummen für die einen und für die anderen fällt dem auf, dass die feinen Unternehmer der demokratischen Obrigkeit als die entscheidenden Säulen ihres nationalen Standorts gelten, die deshalb entsprechend gepäppelt gehörten; die Lohnabhängigen sind für die bürgerliche Hoheit dagegen bloße Verbraucher von Geld fürs Fressen, statt dass der Mammon seiner Vermehrung in Unternehmerhand dient.


Seuchenpolitische Dummheit und Gemeinheit auf Grün-Juni 2020:
Grünen-Chefin Baerbock für Schul-/Kitaöffnungen als Mittel gegen vermehrte Gewalt gegen Kinder in den Familien im Zuge der Corona-Pandemie

Baerbock beklagt per 7.6.20, dass sich bei Debatte um Öffnungen eher um Fußball und Möbelhäuser statt um die "zerbrechlichen" Kleinsten gekümmert wurde. Kitas und Schulen gehörten dagegen wegen der "Leiden vieler Kinder" als erstes geöffnet. Angesichts der bestechenden Logik dieser Quasselsuse aus der ersten Garde der Grünen haben wir ein paar Fragen:
1.
Hört die Gewalt gegen Kinder auf, wenn sie zeitweise in Kitas oder Schulen aufbewahrt werden? Die wochenlange Abwesenheit von den öffentlichen Einrichtungen coronabedingt kann ja wohl kaum der Grund für das Verhauen von Kindern (gewesen) sein.
2.
Ausgerechnet die Züchtung zu bürgerlichen Konkurrenzsubjekten, wo es auf solche feine Tugenden wie die knallharte Durchsetzung gegen andere, populär als Ausbildung zur "Ellbogenmentalität" schon mal negativ besetzt, soll gescheite Medizin gegen die hässlichen Ausprägungen von 'Durchsetzungsfähigkeit' in den Familien und anderswo sein?
Die Stellung zu den großartigen bürgerlichen Bildungsanstalten als Ausweichquartiere angesichts der ungemütlichen Zustände in den Familien zeugt von einem gediegenen Desinteresse hinsichtlich der denen eigenen Beschaffenheit: Familien sind nichts als Notgemeinschaften zur Bewältigung der erbärmlichen materiellen Resultate von Lohnarbeit, wo dann auch schon mal Kindern handgreiflich zu verstehen gegeben wird, wie  die Belastungen für die Familien durch sie nicht gerade weniger werden; in Schulen und Kitas wird den Kleinen beigebracht, wie sie sich den Rauheiten der bürgerlichen Konkurrenzgesellschaft zu stellen haben. Schulen/Kitas als Rettungsanker für geschundene Kinder ist so verharmlosend bezüglich dessen, was diese den Kindern tatsächlich abverlangen und antun, wie  unkritisch gegen Grund der Gewalt in Familien, die als  Reproduktionsanstalten armer Lohnarbeiter gar nicht erst in Frage gestellt werden.