Projekt  kritische Analyse
bürgerlicher Sozialpolitik

Sozialreformen in der BRD
Kritische Analyse der neuzeitlichen sozialpolitischen Betreuungsleistungen
des bürgerlichen Staates für die Klasse der Lohnabhängigen

 
 


  
Wie schon der links-lastige Tenor vermuten lässt, sind mit den 'Angeboten' dieser Site unter dem Titel "Sozialreformen in der BRD" keine Wegweiser durch den Dschungel der bürgerlichen Sozialeinrichtungen und erst recht keine Ratschläge zu dem sozialrechtlichen Geflecht derselben zu erwarten. Es wird sich ausdrücklich von der Stellung des Inhabers tatsächlicher oder möglicher Ansprüche in Bezug auf die Leistungen des Sozialstaats  abgesetzt.

Genauso liegt es uns fern, den Standpunkt des parteilichen Begutachters deutscher Sozialpolitik der Neuzeit oder der vielfältigen und häufigen Sozialreformen einzunehmen nach dem Muster: ob das sozialpolitisch jeweils auf den Weg Gebrachte nötig oder zu teuer nach Maßgabe der Vertreter und Betoner des marktwirtschaftlich Gebotenen sei - oder ob die sozialen Leistungen ungenügend wären nach Einschätzung der sozialpolitischen Freunde der Armen in den Parteien oder 'Wohlfahrtsverbänden'.

Insbesondere den auf Sozialleistungen Angewiesenen soll vielmehr der Blick darauf gerichtet werden, wie ihre Abhängigkeit von Überlebensmitteln durch den kapitalistischen Sozialstaat damit zu tun hat, wie letzterer einer Wirtschaftsweise vorsteht, die systematisch die Gründe produziert, weshalb die soziale Hoheit eben wegen bleibend hergestellter Not genauso beständig die Adresse sozial Bedürftiger ist.

Es geht weniger um eine systematische Entfaltung des Begriffs des Sozialstaates, die anderweitig bereits in profunder Weise geleistet wird - sondern an ausgewählten Beispielen sozialpolitischer Aktivitäten des hiesigen Staates soll die quasi kapitalistische Handschrift derselben aufgespürt werden; ggf. werden auch die politischen Reaktionen auf Sozialreformerisches oder allgemein Sozialpolitisches aufgegriffen und deren fehlerhafte bis gemeine Parteilichkeit gewürdigt.

Den nebenstehenden Rubriken "Arbeitsmarktpolitik", "Gesundheitspolitik" und "Rentenpolitik" und ergänzend "Wohnungspolitik" kann man erwähnenswerte neuere Entwicklungen in der Sozialpolitik, Beispielhaftes zu Sozialreformen in der BRD entnehmen.

So es erwähnenswert erscheint, soll ebenso Übergreifendes, welches nicht unmittelbar im Kontext des Sozialen steht, zum Thema gemacht werden.

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Aktuelles: 

Special: zum Sondierungspapier von SPD, FDP, Grüne - 2021

10.11.21
So geht Fortschritt, Modernisierung, Aufbruch Deutschlands auf sozialdemokratisch, grün
und liberal, kurz: „Ampel“:

Alles für die Bereicherungs- und Machtpotenzen deutschen Kapitalismus und deutscher Nation in Bewegung setzen und das Lohnarbeitervolk mit viel Leistung und Armut dafür geradestehen lassen

Es bezeichnet schon eine gediegene angeberische Tour, mit solchen Leerformeln wie Modernisierung, Fortschritt, Veränderung, Aufbruch kundzutun, wie jetzt das Regieren in Absetzung vom bisherigen herrschaftlichen Schalten und Walten ganz neu zu Werke gehe. Unter solche Abstraktionen lassen sich nämlich die gröbsten Gemeinheiten packen und als fortschrittliches Regierungsprogramm ausgeben und durchziehen. Es widerspiegelt die hoheitliche Freiheit, souverän, unbehelligt den Insassen des kapitalistischen Gemeinwesens die definierten nationalen Vorgaben einzutrichtern und die dafür einzuspannen.
Dabei steht längst fest, was über alle Legislaturperioden hinweg die herrschaftliche Sache ist: schon eingangs des Papiers steht, Deutschland gelte es zu stärken. Die Stichworte dafür liefern die neuen Machtkandidaten unter Bezeichnungen wie Wettbewerbsfähigkeit und „Wohlstand“ der Nation, deren Förderung offenbar immer schon im Fokus demokratischen Regierungshandels steht; die Mittel und Wege dessen werden u.U. anders/neu justiert.

Zu den Gemeinheiten der Sozialpolitik ("Bürgergeld") und Rentenpolitik (Einführung der Aktien-/Risikorente in die gesetzliche Rentenversicherung) der SPD-/FDP-/Grünen-Sondierer

Die Kehrseite des nationalen Kapitalakkumulationsregimes, die Betreuung erst mal von der Politik flächendeckend zugelassener Armutstatbestände und deren Kontinuität, kommt nicht zu kurz, unter euphemistischen Titeln wie „Respekt und Chancen in der modernen Arbeitswelt“ und „soziale Sicherheit“: die dick umworbene Mindestlohnerhöhung auf 12 Eur wird eingereiht in den Slogan, dass Leistung anerkannt sein müsse; ob es sich dabei um „gute Bezahlung“ für „gute Arbeit“ handele, überzeichnet den Sachverhalt nicht nur ein wenig, dass die SPD-, FDP- und grüne Polit-Fritzen raushängen lassen, dass lohnende Ausbeutung ihr (Mindest-)Geld wert sei: die Nötigung von Millionen zur Zuarbeit für die Bereicherung des nationalen Kapitals steht sowieso felsenfest; was sich einer von 12 Eur leisten kann, sieht man an den nie endenden, sich gerade gegenwärtig verschärfenden Einteilungskünsten des Arbeitnehmerhaushalts. – Sonderformen der Lohnarbeit wie Midi-/Minijobs haben sich Arbeitsmarktpolitiker als spezielles Angebot fürs freie Unternehmertum einfallen lassen, freier über Arbeit hinsichtlich der Bezahlung und Arbeitszeit zu verfügen, nämlich stunden-/tageweiser Abruf derselben zu einem Geld, das keinen Lohnarbeiter ernährt. Nun heben sie den Minijob-Sold auf 520 an, mit der Warnung vor Missbrauch, nämlich darüber reguläre Beschäftigung zu ersetzen – ein gekonntes Stück Heuchelei, diese Sorte Billigstbenutzung armer Leut als anerkanntes Gewerbe zuzulassen – und wenn dann kräftig davon Gebrauch gemacht wird, dies als Rüge hinterherzuschicken.

Hartz IV soll in Bürgergeld umgetauft werden. Das Menschenfreundliche der Achtung der Menschenwürde und gesellschaftlichen Teilhabe taucht in ein rosiges Licht, dass das Einstellen und Ausstellen der Leute gemäß den Gewinnkalkulationen von Unternehmern und darüber systematisch hervorgebrachte Not der Eigentumslosen feste Prämisse des sozialstaatlichen Betreuungswesens ist – und was als „Hilfen zur Rückkehr in den Arbeitsmarkt“ daherkommt, ist die Klarstellung, dass abhängige Arbeit, die Nützlichmachung für fremden Reichtum der Lebensinhalt von Lohnabhängigen zu sein hat – gleichgültig gegen die Kalkulationen der Kapitalisten die unbedingte Dienerschaft an diesen sich angelegen sein zu lassen haben, wofür schließlich sozialstaatlicherseits „Mitwirkungspflichten“ eingefordert werden, an die eine kommende Ampel-Koalition keinesfalls zu rütteln gedenkt.

Die gesetzliche Rente soll um Elemente der Kapitaldeckung bereichert werden. Aber eines nach dem anderen: Was als wer weiß wie rücksichtsvolles Programm gegenüber Rentnern und Rentenanwärtern rüberkommt, dass erst mal das allgemeine Rentenniveau bei 48 Prozent gehalten werden soll, keine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters geplant sei, bestätigt im Grunde, wie Versorgung im Alter daran hängt, unter welche Bedingungen staatlicherseits dieselbe gesetzt ist, also unter der hoheitlichen Betätigung der berühmten rentenpolitischen 'Stellschrauben‘ den Alten vorgeschrieben wird, wie sie sich jetzt und demnächst finanziell (neu) einzuteilen haben. Eine durchaus einschneidende Neuerung in Bezug auf die Lebensperspektiven der aus dem Arbeitsleben Ausgeschiedenen künden sie gleichwohl an: sind die Leute schon vor Jahren darauf hingesteuert worden, dass am privaten Zusatzversichern wegen amtlicher Einschnitte bei der gesetzlichen Rente kein Weg vorbeiführe, womit sich den Unwägbarkeiten des Geldanlagewesens auf den Kapitalmärkten ausgesetzt wird, bringen die Ampel-Sondierer den Fortschritt aufs Gleis, in die gesetzliche Rentenversicherung selbst ausgerechnet das Prinzip der ‚Kapitaldeckung‘ einzuführen – wie es vorstellig gemacht wird: als Finanzierunghilfe für die Rentenkasse, wenn es ans Auszahlen geht; genauer: für Einhaltung des erbärmlichen Rentenniveaus von 48 Prozent und Vermeidung höheren Renteneintritts, dafür soll absurderweise das als Hilfestellung gelten, was sich auszeichnet durch die bekannten finanzkapitalistischen Unberechenbarkeiten, denen die Anlagen auf den Geldmärkten unterliegen. Gelder, die dem Umkreis des materiell Notwendigen entstammen, also das Gegenteil von überschüssigem Geld darstellen, werden wie Mittel behandelt, die jemand jenseits der profanen Lebensbestreitung übrig hätte; fatal wird dies, wenn die Abhängigkeit von den Konjunkturen auf den Geld-/Kapitalmärkten für die Seite der Auszahlung im Alter entsprechend Verheerendes zeitigt: die Warnung sogar von Verbraucherorganisationen bei grundsätzlichem Plädoyer für die Kapitaldeckung, bei den Anlagestrategien drauf zu achten, dass nicht gleich das Angelegte gleich ganz futsch geht („Streuung“, Aktienfonds statt singulärer Geldzuführung in Aktien), wenn die Kapitalmarktakteure demgemäß ihre Kalkulationen anstellen, geht gerade von der Unsicherheit aus, was aus einem Geld mit der Zweckbestimmung des Wirkens wie Kapital wird, was mit dem Angewiesensein für den Lebensunterhalt im Alter unvereinbar ist. – Natürlich haben die Anhänger der kapitalgedeckten Rente die Vorstellung, dass eine Rentenanstalt mit einem Kapitalstock von etlichen Milliarden wie als institutioneller Anleger ganz anders auf den Kapitalmärkten sich präsentieren könnte: an der absurden Logik, dass sich Gelder für die schlichte Existenzbesorgung und deren Fungieren wie Kapital jedenfalls vom Standpunkt des einzelnen Rentenbeziehers ausschließen, ändert dies nichts. Andererseits scheint hier eine Sorte marktwirtschaftlicher Fanatismus durch (die abscheulichen Marktanbeter der FDP lassen grüßen), von Kritikern als „neoliberale Umgestaltung des Sozialstaats“ etikettiert, dem das Versauern von Beiträgen auf Rentenkonten nicht ruhen lässt.t.


Grundrente - Teil 2    ! Neu eingestellt !

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